Wie berechenbar ist Russland? | Markus Lanz vom 27. Januar 2022

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Опубликовано: 2022-01-27
Продолжительность: 31:30
Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine spitzt sich weiter zu. Das russische Militär baut seine Präsenz an der Grenzen zur Ukraine aus, während diplomatische Wege und Gespräche eingeleitet werden. Doch könnte das Ganze noch eskalieren?
Dies sei schwierig zu sagen, meint die Politologin Margarete Klein. Vor allem der Blick in die Vergangenheit erklärt, wieso Russland ein so hohes Interesse an der Ukraine und der NATO hat.
Dies spiele vor allem im patriotischen Sinne eine wichtige Rolle, denn vor 30 Jahren ging die ehemalige Sowjetunion zugrunde und ein geschwächtes Land entstand im internationalen Kontext. In dieser Schwäche, erklärt der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff, musste Russland viele Entscheidungen hinnehmen, die ihnen nicht ganz recht waren. Dies war damals vor allem die Osterweiterung der NATO im europäischen Raum. Dadurch wuchs der Einfluss der USA, der Russlands schwand in diesem Bereich.

Doch mit der Zeit nahm Russland wieder an Kraft zu und reformierte auch sein Militär, das nun mittlerweile durch seine Anzahl und Ausrüstung deutlich moderner geworden ist. Die Ziele seien nun, den Einfluss der USA zu schwächen, geopolitisch gegen seine Mitstreiter Einfluss zu nehmen und Stärke zu beweisen. Vor allem in der jetzigen Zeit, wo Deutschland eine neue Regierung und die Corona-Krise hat, auch die USA noch an seiner Administration feilt und innenpolitisch viele Probleme zu lösen hat, sei es die Chance Russlands jetzt die Schwächen der anderen zu nutzen.

Doch wie man darauf antwortet, scheint niemand so richtig zu wissen. Dies kritisiert auch der noch amtierende Generalsekretär der CDU Paul Ziemiak. In der Ampelregierung sei man hier unterschiedlicher Meinung, was typisch für die aktuelle Regierung sei.

So sieht es Alexander Graf Lambsdorff nicht. Während viele sich auf einen eventuellen Angriff Russlands auf die Ukraine vorbereiten, will er gerade diesen verhindern. Deshalb führe die Regierung auch einen diplomatischen Weg und er sieht nicht den Nutzen, die Ukraine mit Waffen zu beliefern, denn selbst wenn sie welche hätten: Russland habe immer mehr. Im Falle einer Invasion wäre es also eine andere Situation, in der auch die Regierung neu entscheiden wird, vor allem mit seinen Bündnispartnern zusammen.

Weitere Gäste in der Sendung:

Mariam Lau, Journalistin
Die „Zeit“-Politikredakteurin analysiert das Ringen um eine Impfpflicht sowie den jüngsten CDU-Parteitag, auf dem Friedrich Merz zum neuen Parteichef gewählt wurde.

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#Lanz #Russland #NATO